Rekordflut in der Wuppertaler Oper

Fünf Medaillen für die Wasserfreunde bei den NRW-Kurzbahnmeisterschaften – Vierter Platz für die Damen-Freistilstaffel – Insgesamt 35 Top-Ten-Platzierungen

Flotte Wasserfreunde, von links: Lena Rosenstengel, Philipp Strehle, Pia Oberhokamp, Coach Christof Taube, Janina Poppensieker, Fabian Mund, Annika Günzel, Alexander Bockhorst, Lara Pohlmann, Sarah Seipolt, Torben Knollmann, Karolin Pult, Tobias Lange, Vasileios Tekidis und Thomas Heinze. Es fehlt Carla Beckmann.

„Alle 15 Schwimmer waren auf den Punkt topfit“, jubelte Christof Taube nach der Rekordflut in der Wuppertaler Schwimmoper. „Bei insgesamt 59 Rennen sind unsere Schwimmer mit 47 Bestmarken aus dem Wasser gestiegen – 26 absolute Bestzeiten und 21 Saison-Bestzeiten.“ Zudem hat sich ein Gros der Teilnehmer ins Top-100-Ranking des Deutschen Schwimmverbandes katapultiert und sich somit für die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften vom 19. bis 22. November an gleicher Stelle qualifiziert.

 

Unterm Strich schafften die 15 Aktiven 35-mal den Sprung in die Top-Ten-Wertung standen, standen fünfmal in der Jahrgangswertung auf dem Podest und verbesserten einen Vereinsrekord. Die 20-jährige Lena Rosenstengel, die ein nahezu perfektes Wochenende erlebte, steigerte sich dabei über 100 m Schmetterling auf 1:02,43 Minuten. „Lena präsentierte sich bei allen Rennen in Bestform“, lobte Christof Taube. Leider verfehlte sie mit der 4 x 50 Meter Freistil-Staffel der Damen in 1:46,60 Minuten nur denkbar einen Medaillenring. Das Wasserfreunde-Quartett mit Lara Pohlmann (16), Annika Günzel (16), Karolin Pult (24) und Lena als Schlußschwimmerin lag in diesem Wettkampf nur acht Zehntelsekunden hinter der SG Essen, der SG Dortmund und der SG Bayer. Die Wasserfreunde waren mit dieser Zeit im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlicher langsamer. Zudem wurde die 4 x 50 Meter-Lagen-Staffel der Männer (1:47,84 min) in der Besetzung Tobias Lange, Fabian Mund, Philipp Strehle und Alexander Bockhorst Neunte.

Herausragend waren aus Sicht des Trainers in der offenen Klasse die Leistungen von Karolin Pult (3 Finals), Lena Rosenstengel (4 Finals) und Tobias Lange (4 Finals), die mehrfach in den offenen Finalläufen vertreten waren. Dabei verfehlten sowohl Lena Rosenstengel über 100 m Schmetterling (1:02,43 min) und 200 m Schmetterling (2:19,43 min), als auch der 22-jährige Student Tobias Lange – trotz reduziertem Trainingsumfangs – über 50 m Rücken (26,81 sec) mit ihren vierten Plätzen nur denkbar knapp einen Podestplatz. Einen Riesensatz nach vorne gemacht hat wieder Karolin Pult, die sich zu Anfang der Saison noch schwer getan hat, und ihre insgesamt neun Rennen auf durchweg hohem Niveau geschwommen ist. Ihre beste Platzierung erreichte die 24-jährige über 100 m Schmetterling (1:03,54 min / 7. Platz).

Doch nicht nur in der offenen Klasse, wo viele deutsche Spitzenschwimmer die Konkurrenz beherrschen, entscheiden oft Zehntelsekunden über Sieg und Niederlage, auch in der Jahrgangswertung werden die Rennen erst auf den letzten Metern entschieden. Umso bemerkenswerter ist es, dass gleich zwei Wasserfreunde bei den jüngeren Jahrgängen in die Medaillenränge geschwommen sind. Entsprechend groß bei war die Freude bei Christof Taube über die Bronzemedaille von Torben Knollmann über 1500 m Freistil (17:21,26 min), der zudem noch mit guten Zeiten über 400 m Lagen (4:57,37 min / 4. Platz) und über 400 m Freistil (4:27,44 min / 8. Platz) glänzte. „Beim Herbstpokal war Torben über Lagen noch über 15 Sekunden langsamer. Endlich ist Torben für seinen Trainingsfleiß belohnt worden.“

Noch einen Tick besser war Annika Günzel, die mit extrem guten Zeiten sowohl über 50 m Freistil (26,97 sec) als auch über 100 m Freistil (59,00 sec), jeweils hinter Hana van Loock von der SG Essen liegend, mit einer Silbermedaille belohnt wurde. Zudem sammelte die talentierte Nachwuchsschwimmerin zwei weitere Bronzemedaillen über 50 m Schmetterling (28,80 sec) und über 100 m Schmetterling (1:04,66 min). Ein traumhaftes Wochenende erwischte auch Brust-Sprinter Fabian Mund, der sich bei seinen vier Starts deutlich verbesserte. So beträgt sein Abstand zu Tobias Lange über 100 m Brust (1:05,68 min / 17.) nur noch zwei Sekunden. Allerdings musste der 19-jährige seiner schnellen Durchgangszeit über 200 m Brust (2:29,43 min / 29.) Tribut zollen, als er sich auf den letzten Metern nur noch ins Ziel retten konnte. „Zwei Züge mehr hättest du nicht überlebt“, lautete danach der launig-trockene Kommentar des Trainers.

Steher-Qualitäten ganz anderer Art musste die Langstrecklerin Pia Oberhokamp entwickeln, die sich ein paar Tage vor den NRW-Meisterschaften den Ischias-Nerv eingeklemmt hatte. Nachdem ihr Hausarzt grünes Licht für einen Start gab, spulte die 17-jährige Schülerin ein Mammutprogramm mit fünf Starts ab. Herausgesprungen sind vier Bestzeiten – darunter starke Zeiten über 400 m Lagen (5:19,46 min / 14.) und über 800 m Freistil (9:42,44 min). Bei ihren ebenfalls fünf Einsätzen ragten bei Lara Pohlmann (16) die 50 m-Freistil-Zeit (27,05 sec) heraus, mit der sie in ihrem Jahrgang (1999) Vierte wurde, und ihr 50 m Rücken-Rennen (30,59 sec / 7.). Am meisten freute sie sich aber über den vierten Platz mit der 4 x 50 Meter-Freistil-Staffel mit einer Top-Startzeit (26,94 sec). Knapp über Bestzeit blieb Carla Beckmann (31) über 100 m Schmetterling (1:07,01 min / 31.), während Sarah Seipolt 18) über 100 m Brust (1:18,78 min / 62.) ihre Zeit egalisierte.

Janina Poppensieker, die mit 13 Jahren jüngste Starterin im Wasserfreunde-Kader hatte überraschend die Qualifikationszeiten für die NRW geschafft und lieferte eine beeindruckende Vorstellung. „Das hat sie wirklich toll gemacht. Bis auf die 50 Meter Schmetterling ist Janina stark geschwommen.“ Hervorzuheben sind neben den 50 m Rücken (32,21 sec / 49.) noch die 100 m Freistil (1:01,87 min / 68.). Ebenfalls in der offenen Klasse gestartet ist der fünfzehnjährige Vasileios Tekidis, der über 400 m Freistil (4:16,08 min / 25.) Bestzeit schwamm und über 1500 Meter Freistil (16:51,53 min / 11.) bereits zu den zwölf besten Langstrecklerin in NRW zählt.

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